| Agility Deutsche Meisterschaft 2003 |

 

 

Bericht über die Agility VDH-DM 2003

 

 

Der Verband des Deutschen Hundewesens (VDH) veranstaltet jedes Jahr eine deutsche Meisterschaft im Agility an der sich alle Mitglieder der Rassehundevereine und Hundesportvereine beteiligen können.

 

Qualifikationsvoraussetzung für eine Teilnahme waren drei Platzierungen (1. bis 3. Platz)  mit der Note vorzüglich in der A 3 (höchste Schwierigkeitsstufe im Agility) unter mindestens zwei verschiedenen Richtern.

 

Jacqueline und Felix hatten diese Voraussetzung nach nur 6 Starts zum dritten Mal nach 2001 und 2002 erfüllt. Jony und ich brauchten immerhin 8 Starts. Für uns war es nach 2002 die zweite Teilnahme.

 

In diesem Jahr fand die Deutsche Meisterschaft in Thalfang im Hunsrück statt. Für uns – mal wieder – eine ziemlich lange Anfahrt von ca. 6 Stunden. Nachdem in den Vorjahren der Club für Terrier (KfT) und der Deutsche Verband der Gebrauchshundsportvereine (DVG) die Organisation übernommen hatten, zeichnete diesmal der Verein für Deutsche Schäferhunde (SV) für die Veranstaltung verantwortlich.

 

 

 

 

Der Wettbewerb fand am 6. und 7. Dezember 2003 in der Tennishalle der Ferienanlage Himmelberg statt. Bereits am 5. Dezember konnten die Teilnehmer sich im Rahmen eines 1minütigen Trainings auf die Voraussetzungen in der Halle einstellen. Der Belag bestand aus Teppichboden mit einem rötlichen Granulat, das so gut es ging entfernt worden war. Die Halle bot ausreichend Platz und die Lüftungs- und Lichtverhältnisse waren auch in Ordnung. Der Belag war jedoch für die meisten Hunde sehr gewöhnungsbedürftig und auch die Zweibeiner hätten gewarnt sein müssen...

Das Training war gut durchorganisiert: Dieses Mal herrschte Chancengleichheit, denn jeder durfte nur eine Minute trainieren, während im Vorjahr auch mehrere Teilnehmer ihre Trainingszeiten „zusammenschmeißen“ konnten. Diese Praxis verschaffte ihnen gegenüber den Startern, die alleine angereist waren eventuell Vorteile.

 

Das Training bei Jacqueline und Felix verlief sehr gut, Felix ließ sich kaum ablenken und der Boden schien ihn auch nicht zu stören.

Bei uns war das Training eine einzige Katastrophe! Jony spürte meine Aufregung und war dadurch, wie üblich, völlig aus dem Konzept. Er nahm den Tunnel nicht, sprang von den Kontaktzonen ab und war unkonzentriert und ängstlich. Ich schaffte es unter dem enormen Zeitdruck nicht, meine Nerven unter Kontrolle zu kriegen.

 

Nachdem wir sehr lange und gut geschlafen hatten ging es am nächsten Morgen schon um 8 Uhr zur Tennishalle, draussen war es eisig und nebelig aber in der Halle war es schön warm, daher wollten wir unbedingt einen Platz in der Halle für uns und unsere Hunde sichern. Bei den niedrigen Temperaturen wollten wir sie keinesfalls im Auto lassen. Wir fanden in der noch leeren Halle denn auch ein ruhiges Eckchen für uns und unseren kleinen „Fan-Club“.

 

 

Um 9 Uhr begann der Wettbewerb mit dem feierlichen Einmarsch und der Begrüßung aller Teilnehmer.

 

Danach folgte der Jumping der Midi-Klasse. Ich musste mit Jony schon als vierter Starter ran. Der Jumping war flüssig zu laufen und eigentlich gut zu bewältigen. Richterin Inge Kurz hatte keine unlösbaren Anforderungen gestellt. Lediglich die Laufzeiten waren bei dem doch etwas rutschigen Boden eng bemessen.

 

 

Die lange Gerade zum Anfang endete für mich fast mit einem bösen Ausrutscher als ich einen belgischen Wechsel einleiten wollten. Jony lief schnell und wie auf Schienen. Alles lief gut – bis zum Slalom: Kurz vor Ende des Slalom beugte ich mich leicht vor und Jony fühlte sich bedrängt, obwohl ihm das sonst nichts ausmacht und sprang am vorletzten Tor aus dem Slalom. Ich machte den Fehler ihn am Anfang wieder ansetzen zu wollen und machte dabei selbst einen Schritt durch den Slalom. Disqualifikation durch einen blöden Anfängerfehler!

 

 

 

Der Rest lief dann noch so einigermaßen aber leider schon außer Konkurrenz.

Jacqueline war erst als Startnummer 80 dran. Sie rutschte leider an der gleichen Stelle aus und in den Ausleger eines Hindernisses hinein, wodurch sie die Stange abwarf. Fazit des Jumpings: 1 Stangenabwurf durch die Hundeführerin, ein Fehler im Slalom und eine Verweigerung.

Für uns war damit die Chance auf eine vordere Platzierung schon vergeben.

 

Den restlichen Tag sahen wir uns den Jumping der Minis und den A-Lauf der Maxis an. Es gab verhältnismäßig viele Stürze der Hundeführer.

 

 

Die Hunde schienen sich dagegen größtenteils an die Bedingungen angepasst zu haben. Leider muss man sagen, dass viele gute Teams durch das ungewohnte Umfeld nicht die Leistung bringen konnten, die man sonst von ihnen gewöhnt ist. Natürlich spielen hier auch die Nerven der Hundeführer mit und die Anspannung in der gesamten Halle bleibt auch den Hunden nicht verborgen. Einige Hunde waren wohl auch dadurch im Parcours völlig überdreht. Anderseits finde ich es sehr schade, dass alle Qualifikationen auf Rasen gelaufen werden und die Dt. Meisterschaft dann in einer Halle stattfindet. Vielleicht könnten sich die Organisatoren darüber einmal Gedanken machen und einmal eine Rasen-DM im Freien anbieten.

 

 

Dank unserer drei „Truppenbetreuerinnen“ Erika, Anke und Anja wurde es aber trotzdem noch ein sehr lustiger Tag bzw. Abend.

 

 

 

 

Der nächste Tag sollte für Jony aufgrund seines Alters der Abschied von den großen Turnieren werden. Im A-Lauf sollte er noch einmal zeigen, was er eigentlich drauf hat. Leider waren wir erst sehr spät dran und ich musste Jony aus seinem Mittagsschlaf reissen. Ich bekam ihn vor dem Start gar nicht richtig wach. Es war sehr eng in der Halle und ein Aufwärmraum vor dem Parcours existierte quasi nicht. Der Start war entsprechend langsam, ich war darüber ziemlich irritiert. Vom Laufsteg sprang Jony dafür ab, obwohl die Richterin den Fehler nicht bemerkte.

 

 

Im Slalom wurde Jony wieder unsicher und sprang wieder am vorletzten Tor aus dem Slalom. Diesmal hatte ich ja nichts mehr zu verlieren und ließ ihn einfach weiterlaufen. Er rannte dann auch plötzlich wie entfesselt los.

 

Ein bisschen traurig war ich über diesen verkorksten Abschied schon...

 

Sehr gefreut habe ich mich persönlich aber über den absolut verdienten Sieg von Christel und ihrem Tico in der Mini-Klasse. Die beiden haben fantastische Läufe hingelegt! Vor allem sind die zwei aber auch ein sehr sympathisches Team und ich hoffe das bleiben sie auch! Angenehm fand ich auch das sportliche und faire Verhalten der Hundesportler ihren Hunden gegenüber. Zumindest in der Halle habe ich keine aus Enttäuschung resultierenden Entgleisungen der Hundeführer erlebt. Die Veranstaltung war eine echte Werbung für den Sport und für die Hunde. Wenn man gesehen hat wie dicht gepackt die Hunde zwischen fremden Hunden und Menschen bei unglaublichem Lärm zur Siegerehrung einmarschiert sind und sich dabei auch nicht vom Nikolaus und seinem wirklich furchteinflössenden Knecht Ruprecht erschüttern ließen, kann man nicht verstehen, dass Hunde generell zur Zeit als reißende Bestien verschrieen werden. Leider war das Publikumsinteresse eher mager. Schade.

Die Organisation und die Räumlichkeiten waren gut, die Auslaufmöglichkeiten rund um die Ferienanlage waren super! Wenn es nicht so weit wäre würden wir gern auch zum Himmelberg-Pokal wiederkommen.

 

Alles in allem war es eine schöne Meisterschaft, auch wenn es für mich erst einmal die letzte war. Mal sehen was die Zeit so bringt und ob ich vielleicht doch noch einmal mit einem anderen Hund an der VDH-DM im Agility teilnehmen werden...

 

Alle Ergebnisse kann man übrigens unter www.dvg-luenen.de  oder unter www.agility-service.de finden.