.zucht - ouessantschafe


 

 

Seit April 2004 halten wir auch noch ein paar Schafe (z.Z. ca. 60 Schafe - Stand August 2012) und das kam so:

Nachdem ich beim Hütetraining mit Paiper an fremden Schafen erst einmal „Blut geleckt“ hatte, wollte ich nicht immer nur unregelmäßig und mit hohem zeitlichem und finanziellem Aufwand hüten können. Die Enten kann man zwar auch hüten, aber auf unserem Grundstück ist es für ein vernünftiges Hütetraining dann doch zu eng. Die Enten auf ein fremdes Gelände zu bringen verkraftet unsere Ente Toffie aber leider nicht so gut. Deshalb haben wir das gleich gelassen.

Eine Wiese zu finden, auf der die Schafhaltung möglich ist, war leider gar nicht so einfach wie ich mir das vorgestellt hatte.

Zum Glück konnte ich eine Streuobstwiese der Natur- und Umwelthilfe e.V. pachten. Ca. 7000 qm groß. Nun kam die Frage: Wie viele Schafe kann man denn auf so einer Fläche ganzjährig halten, ohne dass man allzu viel zufüttern muss? Absolutes Minimum sollten 3 -besser noch 5- Schafe sein. Evtl. sollte auch noch Platz für Lämmer da sein. Die Schafe sollten robust und wetterhart sein und auch den Winter nur mit einem Unterstand im Freien überstehen können. Damit schieden schon einmal viele große „moderne“ Rassen aus. Anfangs liebäugelte ich mit kleinen Schafen, die nicht geschoren werden müssen: Soayschafe (kann man leider gar nicht hüten) oder Kamerunschafe (kann man in so einer kleinen Gruppe auch fast nicht hüten).

Nach unserem ersten Hüteversuch an Kamerunern habe ich diesen Gedanken ganz weit fortgeworfen!

Also suchte ich nach anderen kleinen Schafrassen und fand das Ouessantschaf. Das kleinste Schaf der Welt! Ouessants stammen von der französischen Atlantikinsel „Ile d’ Ouessant“. Sie sind tatsächlich klein bis winzig. Schulterhöhe bis 46 cm bei den Auen und bis 49 cm bei den Böcken. Die Böcke wiegen bis zu 20 kg, meist aber weniger. Othello wiegt ca. 12 kg.

Zum Vergleich: ein erwachsener Bock einer normalgroßen Rasse wiegt um die 100 kg!

Sie gehören zur Gruppe der nordischen Kurzschwanzschafe, die alle vom wilden Mufflon-Schaf abstammen. Zur engeren Verwandtschaft gehören z.B. auch die (Heid-)Schnucken und Ostpreussischen Skudden.

Unser erstes Ouessant ist unser Hammel Lukas, der für ein Ouessant viel zu groß ist. Dafür hat er den typischen Ouessant-Charakter: Er ist nicht nur sehr genügsam und wetterfest, sondern auch sehr zutraulich, clever und manchmal sogar ganz schön frech.

Eher ungewöhnlich ist allerdings, dass er leinenführig und hundegewöhnt ist, Spaziergänge liebt und gern Auto fährt!

Außerdem ist er Meister darin den Verbißschutz von Büschen „abzupulen“.

Da Anfang 2004 keine anderen Ouessants zu bekommen waren kauften wir noch drei Ostpreussische Skudden zur Gesellschaft. Die Skudden ähneln den Ouessants äußerlich, sind allerdings etwas größer und rauwolliger. Außerdem sind sie im Gegensatz zu den französischen Zwergschafen asaisonal und bringen oft Zwillinge zur Welt, während Ouessants saisonal brünftig werden und meist nur ein Lamm haben.

Mit den Skudden hatten wir so unsere Probleme. Sie wollten absolut nicht zutraulicher werden, rasten entweder vor dem Hund davon oder drehten sich um und griffen den Hund an. Als wir dann doch noch das Ouessantmutterschaf Ellie mit Ihrem Lamm Kenya kaufen konnten zerfiel die kleine Herde auch noch in zwei Teile. Die drei Franzosen einerseits, ein Skuddenmutterschaf mit Lamm auf der anderen Seite. Jette, die dritte Skudde, konnte sich nicht zwischen beiden Lagern entscheiden.

 

Links unser Zuchtbock Othello und rechts unser Hammel Lukas (unser Schmuseschaf- leider im Jahr 2010 verstorben!).

Bild Januar 2007
 

 

 

Links unser Zuchtbock Konrad mit einem Jungbock Eon.

Bild Januar 2007.

 

Ellie (oben- Ouessantmuttertier im Alter von 5 Jahren! Sie kam Pfingsten 2004 mit ihrem Lamm Kenya  zu uns!

***Leider wurde sie am 21.02.06 von einem wildernden Hund gerissen!!!***

 


Hier ein Lamm nur wenige Tage alt.

 

Zwischen dem Hammel Lukas und dem neuen Mutterschaf Ellie war es Liebe auf den ersten Blick. Seitdem sie sich das erste Mal sahen, sind sie unzertrennlich. Ellie ist seitdem auch das neue Leitschaf.

Wir haben uns dann entschlossen die Skudde mit dem Lamm an gute Bekannte abzugeben und stattdessen einen Ouessantbock angeschafft. Seitdem haben wir eine Herde, die wirklich zusammenhält und sich auch besser hüten lässt. Unseren beiden „Ex-Skudden“ geht es im neuen Zuhause gut und in der größeren Herde gibt es beim Hüten mit ihnen auch keine Probleme mehr.

Wir haben uns entschieden uns nun nur noch auf die kleinen Franzosen zu konzentrieren. Sie lassen sich etwas besser hüten als die Skudden, weil sie nicht ganz so flüchtig sind und sie liegen uns vor allem besser, weil sie Menschen gegenüber sehr zutraulich sind, auch wenn man sich nicht ständig mit ihnen beschäftigen kann.

Als Schafe für Hüteanfänger sind sie allerdings ein ganz schön schwerer Brocken. Sie sind zwar nicht so flüchtig wie die Skudden aber immer noch sehr viel schneller auf den Beinchen als die meisten anderen Schafrassen. Und sie testen den Hund fortwährend. Ihre Kleinheit machen sie mit jeder Menge Mut wieder wett. Vor allem unsere Böcke greifen gern einmal unsere Hunde an.

Die Schafe sind für uns aber keine „Trainingsobjekte“. Wir hätten uns nie träumen lassen, dass wir einmal mit Begeisterung auf einer Wiese sitzen würden inmitten einer Herde Schafe. Unsere Schoßschafe Lukas und Kenya genossen es bei solchen Gelegenheiten dann auch noch sich neben uns zu legen und uns den Kopf in den Schoß zu legen, damit wir sie besser kraulen können.

Nur zu Othello- dem Bock, dem kleinsten der ganzen Truppe- versuchen wir ein bisschen Distanz zu wahren, damit er uns gegenüber nicht zu respektlos wird.

Alle Arbeiten, die rund um die Schafhaltung anfallen, wie Umkoppeln oder Behandlungen etc. sind dank der Hilfe von unseren Working Kelpies überhaupt kein Problem. Ohne Hund würden wir uns mit den Ouessants jedenfalls nicht außerhalb von umzäunten Grundstücken wagen. Dafür haben die kleinen Schäfchen viel zu viel Blödsinn im Kopf. Mit Kelpies gibt es aber keine Probleme.

Zuchtbock Konrad (März 2007)

Hier mal ein Bild während der Schafschur.

 

Hier einpaar Lämmer aus 2008.

 

Inzwischen beweiden wir insgesamt ca 4 ha Grünland mit ca 60 Schafen und 3 Working Kelpies.

Unten im Bild sehen wir unsere 3 Hunde bei der ihrer Teamarbeit an einer Bockgruppe aus 2012.